Die aktuelle Lage in Ghana

Nach wie vor befindet sich die ganze Welt in einem noch nie zuvor dagewesenen Ausnahmezustand. Covid-19, die Krankheit, die durch das Coronavirus ausgelöst wird, hat viele Menschenleben gefordert und unser aller Alltag grundlegend verändert.

In Ghana bleibt die Lage eher unübersichtlich.
Während es in einigen Ländern zu Lockerungen der Maßnahmen und der Wiederöffnung von Schulen und Kindergärten gekommen ist, wird Ghana nach wie vor von einer Art Ausnahmezustand geprägt. Durch den Lockdown, die Schließung der Landesgrenzen, Schulen, Kindergärten und Geschäfte bzw. Märkte über fast ein komplettes Jahr hinweg, leben viele Familien am Existenzminimun und die lokale Wirtschaft brach zusammen. Solche weitreichenden Folgen sind für jedes einzelne Land schwierig zu stemmen, für Länder desglobalen Südens ist dies aber eine noch größere Herausforderung. Flächendeckende Rettungsschirme gibt es praktisch nicht und viele Familien müssen einfach schauen, wo sie bleiben.

11
11

Nicht nur wir sind besorgt um die Gesundheit der Menschen vor Ort, das Wohlbefinden der Kinder und ihre Bildungschancen. Auch die Vereinten Nationen befürchten massive Einbrüche auf allen Ebenen bzw. in den Fortschritten, die in den letzten Jahrzehnten in den sogenannten Entwicklungsländern erreicht wurden.

Durch die verzwickte wirtschaftliche Lage sind immer mehr Kinderleben in akuter Gefahr. Die Kinder gehen nicht mehr zur Schule oder in den Kindergarten, sondern müssen arbeiten, die Zahl der Kinderehen steigt und es gibt auch immer mehr Kinder, die zum Arbeiten verkauft werden.

Um die Zukunftschancen der Kinder weiter aufrecht erhalten zu können und gleichzeitig aber auch die Ausbreitung des Virus einzudämmen, lag unser Fokus seit Beginn der Pandemie primär darauf, soviele Kinder wie möglich mit einer Krankenversicherung auszustatten und den Menschen in unseren Projektgebieten die Dinge an die Hand zu geben, die aktuell für sie enorm wichtig sind, wie zum Beispiel die Bereitstellung der Veronica Bucket Kits, die notwendig sind, um sich an die von der Regierung geforderten Hygienemaßnahmen halten zu können.

Wie geht es mit unseren Hilfsprojekten in Ghana weiter?

 

In Ghana gelten die Regeln zu sozialer Distanz, Abstand, Maske tragen, Schließung der Landesgrenzen für bestimmte Länder weiterhin. In Millionenmetropolen wie der Hauptstadt Accras ist die Umsetzung aber fast unmöglich. Die offiziellen Zahlen sind kaum aussagekräftig.

Schulen und Kindergärten sind seit einigen Wochen zwar wieder geöffnet, was an sich als positiv zu betrachten ist, allerdings ist die Implementierung der ganzen Schutzmaßnahmen für alle Beteiligten realistisch gesehen fast aussichtslos.

Das ghanaische Gesundheitssystem ist nicht ansatzweise mit dem in Deutschland vergleichbar. Es fehlt an Krankenhäusern, an medizinischem Personal, an (lebens-) notwendigen Dingen wie Atemgeräten und jede Behandlung muss direkt gezahlt werden. Schon abseits von einer Pandemie wie Covid-19 ist dies für viele Menschen schier unmöglich und selbst, wenn sie die Behandlung bezahlen könnten, stehen sie vor dem nächsten Problem, denn es gibt keine flächendeckenden Möglichkeiten, um die Menschen zu testen und richtig behandeln zu können.

In Ghana kann das über kurz oder lang zu einer noch nie dagewesenen humanitären Katastrophe führen. Selbst die Bekanntschaft mit Ebola wird von dem, was aktuell auf der Welt passiert, in den Hintergrund gestellt und ist absolut kein Vergleich.

Neben unseren anderen, laufenden Projekten, die nun langsam wieder mehr und mehr umgesetzt und weitergeführt werden können, bei denen wir aber von Woche zu Woche neu entscheiden und abwägen müssen, was machbar ist und was nicht, müssen wir den Fokus  weiterhin darauf legen, die Weiterverbreitung des Virus so gut wie möglich zu verhindern.

Unsere Projekte im Bereich Gesundheit und Hygiene laufen auf Hochtouren. Durch Spenden, die wir gezielt für die Eindämmung bekommen haben und durch unsere Aktion „Kronkorken helfen“, mit der wir durch das Sammeln von Kronkorken den Kindern von Geburt an bis zum 18. Lebensjahr eine Krankenversicherung ermöglichen, durch die sie eben auch behandelt werden müssen, konnten wir seit Beginn der Pandemie die Menschen in unseren Projektgebieten mit allen notwendigen Dingen zur Umsetzung der Maßnahmen ausstatten.

679 Kinder bekamen eine zweijährige Krankenversicherung

421 Krankenversicherungen konnten um weitere zwei Jahre verlängert werden

41 Veronica Bucket Kits wurden bereitgestellt

500 PPE Sets bestehend aus Handschuhen und Maske wurden verteilt

400 Liter Desinfektionsmittel wurden bereitgestellt

18 Kartons mit Papierhandtüchern wurden verteilt

Insgesamt wurden hier  bisher 5500 Euro an Spendengeldern eingesetzt.

Deine Spende ermöglicht es uns, hier gezielt weiter zu helfen und ganze Gemeinden bzw. Projektgebiete nachhaltig und flächendeckend mit allem Notwendigen, mit Aufklärungskampagnen und präventiven Mitteln zu versorgen.

 

 

Wie geht es mit den anderen Projekten weiter und wie schaut dort der Fortschritt aus?

Die Aktion „Kronkorken helfen“

ist zum Selbstläufer geworden und ermöglicht es uns, flächendeckend die Kinder mit Krankenversicherungen zu versorgen und somit den Eltern bzw. ihren Familien eine Last von den Schultern zu nehmen, da sie nicht mehr abwägen müssen, ob sie nun lieber eine Mahlzeit auf den Tisch bringen oder das Kind im Krankheitsfall ins Krankenhaus bringen und sie sicher sein können, dass das Kind behandelt wird und eben die Behandlung und auch etwaige Medikamente durch die Krankenversicherung abgedeckt sind. So konnten schon einige Leben gerettet und natürlich auch anderen Erkrankungen geholfen werden.

 

Lekpongunor

Durch die Pandemie und die damit verordneten Maßnahmen und Auflagen, konnte im Krankenhaus nicht so gearbeitet werden, wie eigentlich nötig. Langsam fängt der Normalbetrieb wieder an und nach und nach kommen auch wieder mehr Patienten.

Bisher konnten 5350 Euro eingesetzt werden, um die Wasserrechnungen zu zahlen und so sicherzustellen, das der Polytank kontinuierlich mit Wasser gefüllt ist. Zudem konnten wir von dem Betrag einen Generator finanzieren, sodass auch bei Stromausfall weiterhin Elektrizität vorhanden ist und das Personal nicht mehr auf Taschenlampen oder Ähnliches zurückgreifen muss. Außerdem wurde die Toilettenanlage erneuert.

Um das Projekt weiter durchführen und abschließen zu können, sind wir auf deine Unterstützung angewiesen. Denn nur so kann die Klinik grundsaniert werden, ein Brunnen kann gebaut werden, um das Problem der Wasserversorgung grundlegend und nachhaltig zu lösen, notwendige Geräte können angeschafft werden und auch Workshops im Bereich Gesundheit und Prävention können angeboten werden. Zudem wurde der Wunsch nach einem Inkubator und Wärmebett, die dringend notwendig sind, immer größer und wir hoffen, auch diesen Wunsch am Ende erfüllen zu können, um so den Aufenthalt von Mutter und Baby bestmöglich gestalten zu können. Dadurch können wir aber an der ursprünglichen Kalkulation von 18.500 Euro nicht festhalten, denn umgerechnet kosten ein Inkubator und ein Wärmebettchen knapp 10.000 Euro.

 

 

Talawanda

Für das Bildungsprojekt in Talawanda wurden bisher ca 4800 Euro verwendet. Das Dach wurde erneuert, es wurden provisorische Wände gebaut, sodass die Kinder die Schule auch während der Regenzeit besuchen können und wir konnten eine Tafel, 25 Schulbänke für jeweils zwei Kinder und Schulsets mit Schulmaterialien für jedes Kind, das aktuell die Schule besucht, bereitstellen.

Leider wurde das „Schulhaus“ von einem heftigen Sturm erwischt, sodass wir Teile des Daches wieder erneuern mussten, da es dem starken Unwetter nicht standhalten konnte.

Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben. Deshalb ist uns dieses Projekt auch so enorm wichtig, denn durch den Bau eines Schulhauses mit drei Klassenräumen und einem Lehrerbüro bekommen die Kinder Zugang zu Bildung, sie können unter guten Bedingungen lernen, Schule kann auch während der Regenzeit stattfinden und der Staat stellt und bezahlt ausgebildetet Lehrkräfte, wenn denn ein richtiges Schulgebäude vorhanden ist.

 

 

 

 

Previous Post

Related Posts

Recent Articles

11
Patenschaften
6. Juli 2021
11
Fußballprojekt – Gemeinsam stark durch Sport
1. Juli 2021
11
Wash – sauberes Wasser für Ghana
1. Juli 2021

Archive

GDPR