Das ghanaische Bildungssystem

Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben.

Wir können zwar nicht die ganze Welt verbessern, aber wir können einen Anfang machen. Für die Kinder, die amebiis, in Ghana.

Bildung im Kampf gegen Armut

Viele Familien können sich die Schule nicht leisten

Bildung spielt im Rahmen der Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern eine wichtige und entscheidende Rolle.

Oft ist Bildung die Grundvoraussetzung zur Erlangung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die einem Individuum neue Handlungs- und Wahlmöglichkeiten eröffnen können und ihm somit ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen.
Mädchen und Jungen eine gute Schul- und danach eine Ausbildung zu ermöglichen, ist unserer Meinung nach eines der wirkungsvollsten Mittel, nachhaltig Entwicklungshilfe zu leisten.

Sieh dir alle laufenden Projekte an

Wir freuen uns auf Euch und Eure Hilfe

Nach Erreichen der Unabhängigkeit 1957 galt das Bildungssystem Ghanas lange Zeit als das beste in ganz Afrika. Dies änderte sich schlagartig während der Wirtschaftskrise Mitte der 70er bis Mitte der 80er, die sich stark auf den Sozialsektor auswirkte. Wegen des Mangels an humanen und materiellen Ressourcen sank die Einschulungsrate drastisch. So wurde 1987 eine Bildungsreform auf den Weg gebracht, deren Ziel es sein sollte, das ghanaische Bildungswesen vor einem Kollaps zu bewahren. Es wurde versucht, den Zugang zu Bildung zu vereinfachen und den Unterricht praxisnäher zu gestalten. Dennoch war die Reform nicht von Erfolg gekrönt und so wurde 1996 die *Free Compulsory Universal Basic Education* eingeführt, die zum Ziel hatte, allen Kindern im Grundschulalter eine kostenlose und qualitativ hochwertige Grundschulbildung zu ermöglichen. Wirklich geklappt hat dieses Unterfangen nicht.

Grundsätzlich haben in Ghana alle Kinder das Recht auf eine neunjährige Schulbildung und es gibt die Schulpflicht, die in der Theorie existiert. In der Praxis sieht das Ganze leider auch heute noch anders aus.

Zwischen 2004 und 2005 wurden die Schulgebühren an den öffentlichen Grundschulen sogar ganz abgeschafft, wodurch die Einschulungsrate innerhalb von 2 Schuljahren von 4,2 Millionen auf 5,4 Millionen stieg. Ein erster Schritt also in die richtige Richtung, die Armut durch Bildung zu bekämpfen.

Die Public Schools, die eigentlich für alle zugänglich sein sollten, die sich die Gebühren der Privatschulen nicht leisten können, haben einen großen Haken, der es vielen Familien erschwert, ihre Kinder in die Schule schicken zu können. Denn auch an den Public Schools müssen Schulgebühren gezahlt werden. Diese liegen bei 30 Pesewas (ca. 10 Cent) pro Tag und werden immer vor der ersten großen Pause vom Lehrer eingesammelt. 10 Cent pro Tag klingen nicht viel, dennoch kommt es aber viel zu oft vor, dass Kinder nicht zur Schule kommen, da die Eltern diese 10 Cent nicht aufbringen können. Neben diesen täglichen Schulgebühren gibt es noch weitere Kosten, die auf die Schüler zukommen. Pro Schulterm werden von jedem Kind 3 Cedis (ca 1 Euro) für PTA eingesammelt. Das Geld wird – in der Theorie- für anstehende Reparaturen am Schulgebäude, im Klassenzimmer oder für anstehende Besorgungen für die Klasse verwendet. Dazu kommen dann noch 2 Cedis (0,66 Cent), die für den ICT Unterricht bezahlt werden müssen. Der Stromverbrauch, der durch die Nutzung der wenn überhaupt vorhandenen Computer entsteht, muss schließlich auch bezahlt werden. Am Ende von jedem Term werden dann die Examen geschrieben, die ebenfalls bezahlt werden müssen. 1,50 Cedis (ca 0,50 Cent) werden eingesammelt, um die Kosten für die Kopien der jeweiligen Examen zu decken. Zusätzlich muss jedes Kind pro Examen weitere 0,10 Pesewas (0,03 Cent) bezahlen für das Papier, auf dem das Examen geschrieben wird. Je nach Klassenstufe werden jeweils 7 bis 8 verschiedene Examen geschrieben. Rechnet man also all diese Beträge zusammen, so müssen die Eltern pro Term und pro Kind ca 3,30 Euro bezahlen. Dazu kommen noch die Kosten für die Schuluniform, Essen, Bücher und andere Materialien wie Hefte und Stifte.

Amebii Ghana e.V. übernimmt durch die Vergabe von Klassenpatenschaften die Kosten für den Schulbesuch und für alles, das damit einhergeht. Zum Beispiel für die Schuluniformen, die in Ghana Bedingung dafür sind, die Schule oder den Kindergarten besuchen zu dürfen, denn ohne Schuluniform erkennt man direkt an der Kleidung des Kindes, ob die Familie arm oder etwas besser gestellt ist. Außerdem übernehmen wir auch die Kosten für die Schulmaterialien, die für einen Schulbesuch notwendig sind. So bekommen Kinder, die sonst auf den Feldern helfen müssten oder Waren auf der Straße verkaufen müssten Zugang zu Bildung und die Chance auf ein besseres Leben, in dem sie später einmal selbst entscheiden können, was sie tun möchten. Neben der Vergabe von Schulpatenschaften baut und renoviert der Verein auch Schulen oder Kindergärten, deren Existenz Voraussetzung für einen Schulbesuch sind. In den meisten Dörfern sind solche Bildungseinrichtungen meist nicht vorhanden, sodass die Kinder oft länger als eine Stunde bis ins nächste Dorf laufen müssen. Wenn es sie doch gibt, sind die Gebäude in einem so schlechten Zustand, dass der Unterricht entweder trotzdem draußen stattfindet oder während der Regenzeit abgebrochen wird, da das Dach marode ist und es überall reinregnet. Durch Spendengelder, die Eins zu Eins für die Projekte vor Ort genutzt werden, konnten bereits etliche Projekte im Bereich Bildung umgesetzt und gestartet werden.

GDPR